Objektname

Holi ([Wächter])

Künstler

Robert Quotskuyva

Entstehungsort

Third Mesa, Oraibi

Datierung

ca. 1945-1950

Provenienz

Sammlung Antonio und Christin Ferretti

NONAM Inv. Nr.

2018-FE-00190

Material

Cottonwood (Wurzelholz der Pappel), Farben, Federn

Maße
20 x 11 x 5,8cm, zzgl. Sockel 4,5cm

Zeremonien

Reihentänze, Kivatänze

Beschreibung

Der zylinderförmige, türkisfarbene Kopf der tihu wird von großen schwarz-weißen Adlerfedern geschmückt, die wie Flügel auf der Stelle der Ohren gespreizt sind. Auf der weißen Kopfkrone befinden sind einige bunte Federn. Auch das Gesicht ist mit plastisch formulierten Elementen ausgestattet: Die schwarz-weißen Knopfaugen und der offene abgerundete Schnabelmund ragen aus dem Gesicht hervor. Horizontal über das Gesicht läuft ein schwarz-rotes Band, das oben zu den Augen einen rechtwinkligen Knick macht. Die Kinnpartie ist dagegen mit einer dünnen, schwarz-weißen Linie markiert.

Der Kopf sitzt direkt auf den gelben Schulter- und Brustbereich. Um den Hals ist eine türkisfarbene Kette gemalt, die mit zwei Anhängern bestückt ist. Der Oberkörper ist rotbraun gefasst, nur an den Rippen befinden sich jeweils zwei kurze gelbe Streifen, wie auch an den Oberarmen, die jeweils auch von einem türkisfarbenen Band verziert sind. Die Unterarme sind dagegen wieder in Gelb gehalten und enden in weißen Händen. An den Handgelenken sind schwarze Bänder gemalt und die Finger sind ebenfalls mit schwarzen Strichen markiert.

Der weiße Rock ist sparsam mit einer dünnen roten Linie sowie auf der rechten Seite mit einigen bunten Mustern geschmückt. Die Beine sind gelb und stecken in türkisfarbenen Mokassins, die rote Applikationen und schwarze Sohlen haben.

Die Figur steht breitbeinig und stabil mit ihren großen Füßen auf einem viereckigen hohen Holzsockel, bei dem es sich der Farbe und Form nach um eine spätere Ergänzung handeln muss.

Wissenschaftliche Einordnung

Der Name des Holi geht auf das Wort zurück, das dieser Katsina während der Zeremonien ruft und singt. Angeblich nahm er Anfang des 20. Jahrhunderts an Tänzen in Oraibi (Third Mesa) teil. Die quer übers Gesicht verlaufende (und bei dieser tihu abgeknickte) Linie soll Blitze darstellen. Die Doppelstriche auf dem Bauch sind Kriegermale. Die tihu gibt einen guten Eindruck von Holis Aussehen.

Eine nahezu identische Figur wird im Internet ebenfalls Robert Quotskuyva zugeschrieben. Der Sammler berichtet dort, er habe die tihu explizit wegen des traditionellen Schnitzers erworben, welcher bereits 1923 im Alter von 12 Jahren begonnen habe, tithu herzustellen. Der Künstler lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2003 in Kykotsmovi (Third Mesa).

Verwendete Literatur

Colton 1959, Wright 1973, Wright 1975,

Witherell’s, Elekt. Ressource: https://witherells.com/lot/hopi-holi-kachina-robert-quotskuyva-3224972, abgerufen am 9.8.2020

Legacy, Elektr. Ressource: https://www.legacy.com/obituaries/name/robert-quotskuyva-obituary?pid=178927475, abgerufen am 12.8.2020

Name der/s Bearbeiter*in

Birgit Klein

Stand der Bearbeitung

26.08.2020

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