Essays

Aby Warburgs Amerika-Reise und die vor Ort entstandenen Fotografien

von Sofia Simeth

Aby Warburg brach im September 1895 von Hamburg aus nach Amerika auf, um an der Hochzeit seines Bruders Paul Moritz Warburg in New York teilzunehmen. Abgestoßen von der westlichen Zivilisation, der traditionellen Kunstgeschichte und angetrieben von seinem Forschungsvorhaben, mehr über die Bedeutung von Ornamentik und Symbolik in der Kunst zu erfahren, zog es ihn schon bald in den Südwesten der USA...

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Aby Warburgs ethnologisches Netzwerk

von Paula Günther

Dass der Kunsthistoriker Aby Warburg (1866–1929) sich selbst als Kulturhistoriker bezeichnete, liegt vor allem an Warburgs unerschöpflicher interdisziplinären Arbeitsweise. Kunstwerke waren für Warburg eng verknüpft mit den kulturellen Kontexten, die sie hervorbrachten, vermittelten und bewahrten. Sein letztes, unvollendet gebliebenes Projekt, der Bilderatlas Mnemosyne, ist einschlägiges Zeugnis von Warburgs Suche nach den Verbindungen von visuellen Ausdrücken und kulturellen Bezugsrahmen...

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Andre Breton und seine Katsina-Sammlung

von Ali Hwajeh

Die Sammeltätigkeit von Kunstobjekten und Artefakten mit subjektivem Wert ist keine Erfindung der surrealistischen Philosophie, sondern geht bis in die frühe Neuzeit in Europa zurück. Naturalia und Artificialia waren sowohl in den Studiolo der italienischen Renaissancepalazzi als auch in Wunderkammern der deutschen Patrizierhäuser zu finden. Durch ihre „mysteriöse Natur“ sollten die einzelnen Objekte dieser Sammlungen dem rational geprägten Denken ein besseres Verständnis über die Natur Gottes ermöglichen...

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August Mackes Verbindung zum Blauen Reiter und die Faszination für den (gar nicht so) Wilden Westen – Zwischen Romantik, Natur, Primitivismus und Faszination

von Franka Marlene Schlupp

Der Wilde Westen ist eine Bezeichnung, die wir heute noch mit Cowboys und Indianern in Verbindung bringen. Allerdings ist dieser Ausdruck überholt, denn die Zeiten haben sich geändert. Um 1900 war der Blick auf diesen Wilde Westen etwas verklärt und Nordamerika ein fantastischer Sehnsuchtsort für Abenteuer und Natur...

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Der Wanderer zwischen Oraibi und Kreuzlingen
Über Aby Warburgs Kreuzlinger Vortrag

von Min Zeng

Für Aby Warburg markierte das Datum des 21. April 1923 den Wendepunkt seines Aufenthalts in Kreuzlingen, da er in Absprache mit seinem Psychiater Dr. Kurt Bingswanger einen Vortrag mit Bildern unter dem Titel Über die Logik in der Magie des primitiven Menschen im Senatorium Bellevue, wo er seit April 1921 als Patient aufgenommen war, halten sollte. Dabei sollte Warburg über seine USA-Reise zwischen 1895 und 1896 berichten, um seine wieder-gewonnene wissenschaftliche Befähigung zu demonstrieren...

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Die primitive Sachlichkeit:
Otto Dix und das Indianermotiv

von Ilia Nasyrov

Zwei Welten, die unterschiedlicher kaum sein konnten und sich dennoch immer kollidierten, waren die naturverbundene Welt der Ureinwohner Nordamerikas und die industrielle Welt der Europäer. Mit der Entdeckung der Neuen Welt war die Neugier der Europäer zu dem neuen Kontinent und seiner Bevölkerung geweckt. Sie erreichte ihren traurigen Höhepunkt Ende des 19. Jahrhunderts in den Völkerschauen Europas, in denen Ureinwohner verschiedener Konti-nente für den europäischen Voyeur zur Schau gestellt wurden...

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Emil Noldes Blick auf die
Katsina-Figuren der Hopi

von Julia Ballweg dos Santos

Der Blick auf nichteuropäische Völker und deren Kunst ist eine Erscheinung, welche besonders in der modernen Kunst zu neuen Erkenntnissen und einer Erweiterung des Kunstbegriffes führen sollte. Viele Künstler*innen setzten sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem ‚Indianer‘-Thema auseinander und prägten durch ihre Rezeption von Abenteuerliteratur, in der europäische Muster auf die Welt der Indianer übertragen wurden, und ihre eigene künstlerische Auseinandersetzung damit das klischeehafte Bild der Ureinwohner...

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Freiheit und Anarchie im Wilden Westen
Rudolf Schlichters „Indianerei“ als modernistischer Ausdruck der deutschen Rezeption indigener Kulturen Nordamerikas

von Margaret Anne Hogie

Rudolf Schlichter bezeichnete seine früheste Schaffensphase, die von Western Filmen und den Romanen Karl Mays maßgeblich beeinflusst wurde, als seine „Indianerei“, womit er „mutige, blutrünstige und abenteuerliche“ Gestaltung verband. Diese Auffassung und wie sie durch Film und Literatur in Schlichters Malerei und Grafik Ausdruck fand, wird in diesem Text anhand von den Werken Wild West...

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George Grosz

von Sarah Heidari

Georg Grosz, ein Mitbegründer der Berliner Dada-Gruppe, ist für uns vor allem bekannt als satirischer Gesellschaftskritiker der Weimarer Republik. Grosz entwickelte eine eigene Malweise, die im Kontrast zu der bekannten und traditionellen Kunstschaffung stehen sollte. Als Inspiration dienten ihm Kindergemälde sowie Graffitis, die er auf öffentlichen Toiletten oder an Straßenecken fand. Er verstand sich als Antideutscher und Pro-Amerikaner: Seine Kunst inszenierte er als Instrument gegen die politischen Umstände in Deutschland und somit gleichzeitig als Möglichkeit zum Protest...

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Marsden Hartley – auf der Suche nach neuen Ausdrucksweisen und dem inneren Ich

von Elaine Breidenstein

1877 im Neuenglandstaat Maine geboren, entwickelte der junge Künstler schnell ein Interesse an dem Spirituellen und dem Mystischen. Er las Texte von Dichtern und Philosophen wie Withman und Emerson, deren philosophische Ansätze ihn zeitlebens begleiten sollten und versuchte durch seine Kunst seinen Gedankengängen Ausdruck zu verleihen. In seiner transzendentalen Denkweise suchte er stets nach dem Sinn des Lebens und ließ sich dabei von den unterschiedlichsten Dingen leiten und inspirieren...

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Max Ernst – Faszination für die indigene Kultur

von Kim Rathnau

Im frühen 20. Jahrhundert beschäftigten sich viele westliche Künstler mit der Kunst außereuropäischer Kulturen. Während sich die Kubisten und Expressionisten mit der afrikanischen Kunst befasst haben, verlagerten die europäischen und amerikanischen Surrealisten ihr Interessengebiet auf die indigenen Kulturen Nordamerikas. Die Surrealisten identifizierten sich mit dem Phantastischen und Phantasievollen – mit der Verschmelzung verschiedener Wesen, die sich in der indigenen Kunst findet, sowie auch mit dem Bild der Freiheit, welches die Kulturen Nordamerikas widerspiegeln...

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Max Slevogt. Belebung einer Fantasie

von Merle Meta Kubasch

Nicht nur Aby Warburg wurde in seiner Kindheit von Abenteuergeschichten über „Cowboys und Indianer“ geprägt. Er schließt an eine Tradition an, die sich vornehmlich durch James Fenimore Coopers Lederstrumpf-Erzählungen etabliert hatte, wie im Folgenden aufgezeigt werden soll. Eine besondere Edition dieser Erzählungen ist die 1909 erschienene Luxusausgabe mit Illustrationen von Max Slevogt. Darin rezipiert der Künstler eine Vorstellung von Native Americans, die ihren Ursprung in Coopers Erzählungen findet und in den Wild-West-Shows an Form gewann...

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