Objektname

Kòoninkatsina (Havasupaikatsina)

Künstler

Kent Namoki

Entstehungsort

Hopi, First Mesa, Hano

Datierung

erworben 2013

Provenienz

Sammlung Antonio und Christin Ferretti

NONAM Inv. Nr.

2018-FE-00098

Material

Cottonwood (Wurzelholz der Pappel), Farben

Maße

20 x 11,5 x 6cm (einschließlich Sockel)

Zeremonien

Reihentänze, gewöhnliche Kastinam-Tänze, Powamuya

Beschreibung

Die aus einem Stück Cottonwood geschnitzte tihu ist als Kòoninkatsina identifiziert. Das Gesicht der tihu ist in Türkis gefasst, während die strichförmigen Augen und der dreieckige Mund mit schwarzer Farbe aufgemalt sind. Die rote Verzierung in Form eines getreppten umgekehrten V beginnt in der Mitte des Gesichts und endet an beiden Seiten des Mundes bzw. an einer grünen Halskrause, die aus einem plüschigen Material angefertigt ist. Die Figur hat ein schwarz-weiß geschecktes Horn auf der rechten Seite des Kopfes und ein quadratisches weißes Ohr mit einem roten Kreuz auf linker Seite. Auf dem Kopf sind schwarze Federn befestigt, während der Kranz, der hinter dem Kopf kreisförmig nach oben steht, aus geschnitzten Federn besteht. Der Oberköper ist mehrfarbig; er ist vor allem gelb, braun und rot mit einer aufgemalten türkisfarbenen Kette. Am Oberkörper trägt die Figur einen Pfeilbehälter und in der linken Hand den dazugehörigen Bogen. Das Handgelenk wird von einem Armband mit einem türkisfarbenen Muster verziert. In der rechten Hand hält die tihu vermutlich eine Glocke. An der Hüfte befindet sich ein dunkelroter Gürtel, an dem ein Stoffbahne mit bunter Musterung bis zu den Knien hängt. Der Gürtel hält ebenfalls eine breite rote Schärpe und einen weißen Rock fest. Die verschiedenfarbigen Beine (rechts türkisfarben, links gelb) sind an den Knien mit schwarzen Bändern geschmückt. Die Mokassins sind grün und rot. Das rechte Bein ist leicht angehoben, das linke Bein steht stabil auf dem runden flachen Sockel.

Wissenschaftliche Einordnung

Kòoninkatsinam sind Verkörperungen der westlich im Grand Canyon benachbarten Havasupai. Von diesem Katsina sind zwei Erscheinungsformen bekannt: Die eine Form erscheint auf der First und Second Mesa; die andere Form auf der Third Mesa und entspricht der Gesichtsbemalung nach der abgebildeten tihu. Im Gegensatz zu der farbigen umgekehrten V-Verzierung, die um den Mund ist, hat der Kòoninkatsina auf der ersten und zweiten Mesa ein mit mehreren Farben bemaltes Kinn. Allerdings weisen alle in ihrer Erscheinungsform auch Gemeinsamkeiten auf: Hörner, Pfeile und Bogen sowie eine Rassel sind typische und wiederkehrende Attribute. Secakuku ordnet sie Angk’wa – den Nachttänzen im Anschluss an Powamú – und den Sommertänzen zu, in denen sie zusammen mit weiblichen Kòoninkatsinam eine Tanzreihe bilden.

Vergleiche auch 2018-FE-00132, 2018-FE-00097

Verwendete Literatur

Colton 1959, Secakaku 1995, Wright 1977

Name der/s Bearbeiter*in

Ali Hwajeh

Stand der Bearbeitung

13.08.20

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