Objektname

Mong Wùuti (Grosse Uhu-Frau-Katsina)

Künstler

Unbekannter Künstler

Entstehungsort

Unbekannt

Datierung

ca. 1980-1985

Provenienz

Sammlung Antonio und Christin Ferretti

NONAM Inv. Nr.

2018-FE-00160

Material

Cottonwood (Wurzelholz der Pappel), Farben

Maße

18 (rechts) x 4 x 4 x 4cm

Zeremonien

Nachttänze während Powamuya (Bohnentanz-Zeremonie)

Beschreibung

Die vorliegende tihu hat eine blockhafte und vereinfacht dargestellte Figur, bei der die Gliedmaßen nur angedeutet sind. Der im Verhältnis zum Körper große Kopf ist oben abgerundet und perlmuttartig braun-schwarz gefasst. Das Gesicht besteht aus großen schwarzen Augen mit gelber Iris und einem gekrümmten schmalen Schnabel in Gelb. Ein Kranz aus braunen, roten, weißen und gelben Strichen umrandet die Augen und vermittelt den Eindruck von Gefieder. Ein paar hellbraune Federn sind an den Seiten des Kopfes angebracht. Möglicherweise befanden sich noch mehr Federn auf dem Kopf, denn in dem jetzigen Zustand wirkt das auf der rechten Seite angebrachte Federbüschel ein wenig abgerupft. Auch in der Mitte, oberhalb der Stirn, kann möglicherweise etwas befestigt gewesen sein, denn eine helle Stelle hebt sich von der restlichen Bemalung ab. Der Hals ist durch eine hellbraune und ebenfalls schwarz gefleckte Krause bedeckt, die auf den schmächtigen Schultern ruht. Die tihu trägt einen weißen Umhang, dessen Säume oben und unten mit rot-schwarzen Streifen gefasst sind. Der Umhang gibt vorne den Blick auf ein schwarzes Kleid frei, dessen roter Gürtel durch eine breite rote Linie angedeutet ist. Oberhalb des Saums verziert eine rot-grün gestreifte Linie den Stoff und schlägt einen Haken nach unten an den Seiten des Kleides. Durch den Umhang sind die angewinkelten Arme zum größten Teil bedeckt, nur die Hände sind vorne am Bauch sichtbar. Die leicht auswärts kragenden Hände sind stumpf und durch einfache schwarze Linien angedeutet, welche die Finger darstellen sollen. Die Beine sind von knielangen Stiefeln/Mokassins bedeckt, die nur mit schwarzen Sohlen angedeutet sind. Die Figur steht breitbeinig und stabil mit beiden Füßen auf dem Boden.

Wissenschaftliche Einordnung

Bei dieser tihu handelt es sich um eine Repräsentation von Mong Wùuti. Wobei „Wùuti“ darauf hinweist, dass es sich um eine Frau handelt. Nach Angaben von Colton hat diese Virginia-Uhu-Frau Federn am Gesicht, eine Art Hasenohren, runde und aufgemalte Augen sowie einen gekrümmten Schnabel. Ihre Kleidung wird als zeremonielle Robe beschrieben. Dass die abgebildete tihu fast vollständig mit dieser Beschreibung übereinstimmt, kann daran liegen, dass sich alle in der Literatur zu findenden Beschreibungen auf eine einzige Darstellung durch Fewkes zurückführen lassen. Dieser beschreibt, dass Mong Wùuti in der Regel mit ihren zwei bis drei Jungen zum im Februar stattfindenden Powamuya erscheint. Unter Hopi wird das zwar für möglich gehalten, bekannt ist Mong Wùuti aber nicht.

Verwendete Literatur

Colton 1959, Fewkes 1903, Hartmann 1978

Name der/s Bearbeiter*in

Merle Meta Kubasch

Stand der Bearbeitung

03.07.2020

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